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February 2017, ULE Alliance and Crow

Internet of Things Solution (Article)

The number of solutions and applications around the Internet of Things is growing rapidly, and Crow is a major actor in this trend.

Article in German (Original Article here)

Unternehmen und Organisationen arbeiten an einheitlichen Lösungen für das IoT

Licht am Ende des Standarddschungels

| Autor / Redakteur: Tillmann Braun / Redaktion IoT

Die Zahl an Lösungen und Anwendungen rund um das Internet of Things wächst rapide. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Innovationen und Ideen vorgestellt werden. Von großer Wichtigkeit wird es deshalb sein, dass sich Anbieter, Industrie und Politik auf allgemeine Standards einigen und an erweiterbaren Netzwerken arbeiten. Ansonsten droht das Internet of Things zu einem undurchdringlichen Daten- und Standarddschungel zu werden.

Laut Teppo Hemiä, CEO von Wirepas, gehört autonomen Mesh-Netzwerken die Zukunft. Wie man unter anderem auf der IoT Tech Expo in London sehen konnte, setzt das Unternehmen auf einen Connectivity Layer, der einzelne Anwendungen von der darunter liegenden Technologie und nicht zuletzt auch Topologie unabhängig macht. „Wir glauben, dass Business-Systeme und -Modelle am besten funktionieren, wenn sie einfach gehalten und nicht zu kompliziert sind“, sagt Jussi Numminen, Leiter des Bereichs Radio Strategy und IPR bei Wirepas. „Deshalb sollte Simplicity stets eines der Hauptziele beim Design sein und unnötige Komplexität vermieden werden. Dies gilt auch für die Gerätekonnektivität in IoT-Applikationen“, betont Numminen. „Aus der Sicht der Verfügbarkeit bieten autonome Geräte-Netzwerke mit dezentralisierter Architektur die beste Verfügbarkeit. Wo möglich, sollten die Daten lokal gespeichert, analysiert und verwendet werden, um die Verfügbarkeit zu optimieren“, empfiehlt der IoT-Experte.

Universelle Kommunikationssprache fürs IoT

Auch die Lemonbeat GmbH setzt auf nahtlose Kommunikation – unter anderem für diverse Smart-Building-Projekte. Das in Dortmund ansässige Unternehmen, das im November 2015 gegründet wurde und zu 100 Prozent zu innogy SE gehört, hat eine innovative und universelle Kommunikationssprache für das Internet of Things entwickelt: die Lemonbeat Smart Device Language (LsDL). Die Sprache soll eine direkte und unabhängige Interaktion zwischen verschiedenen Geräten ermöglichen, wodurch die Abhängigkeit von teuren „Übersetzungen“, die zumeist in Cloud Services oder Gateways stattfinden, reduziert wird. Die Sprache kann auch in Kombination mit herkömmlichen kabel- oder drahtlosen IP-basierten Kommunikationsprotokollen verwendet werden.

Herstellerübergreifender ULE-Funkstandard macht Smart Home erschwinglich

Vor allem für den Bereich Smart Home und Smart Building interessant ist der Ultra-Low-Energy-Standard (ULE). Dieser basiert auf DECT-Frequenzen, die sich weltweit bei der Schnurlostelefonie bewährt haben. „Mit niedrigem Verbrauch, einer großen Reichweite, diversen Sicherheits-Features sowie Sprachübertragung bietet ULE optimale Voraussetzungen für smarte Gebäude, Häuser und Wohnungen“, sagt Ulrich Grote, Vorsitzender der ULE Alliance. Geräte, die von der ULE Alliance zertifiziert wurden, können unabhängig vom Hersteller in einem Netzwerk miteinander verknüpft werden. Damit sind Anwender nicht länger auf das Produktsortiment einzelner Unternehmen eingeschränkt – und können gleichzeitig nach den besten Preisen und Angeboten suchen. Zu den Herstellern, die ihre Geräte bereits haben zertifizieren lassen, gehören Panasonic, Huawei, Crow, Sercomm und VTech.

Beckhoff Automation setzt auf OPC UA Standard

Die Firma Beckhoff Automation wiederum vertraut bei der Vernetzung von Anlagen auf den OPC UA Standard. Dessen Sicherheitsmechanismen sind weitläufig anerkannt. Die OPC Unified Architecture ist die neue Technologiegeneration der OPC Foundation für einen sicheren, zuverlässigen und herstellerneutralen Transport von Rohdaten und vorverarbeiteten Informationen – von der Fertigungsebene bis in das Produktionsplanungs- oder ERP-System. „Auf einheitliche, sichere und zuverlässige Weise steht mit OPC UA jeder berechtigten Anwendung und jeder autorisierten Person jede gewünschte Information zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung“, heißt es bei Beckhoff.

„Der eine oder andere Standard wird derzeit regelrecht verbogen“

„Herstellern und Entwicklern steht mittlerweile eine große Anzahl an drahtlosen Protokollen zur Verfügung“, sagt Dr. Andreas Fink, Vorstand der M2M Alliance. „Die Technologie dieser Protokolle ist allerdings von klassischen Anwendungen geprägt. Deshalb wird der eine oder andere Standard derzeit regelrecht verbogen, um das Anwendungsgebiet zu erweitern. Was wirklich gefragt ist, sind innovative Lösungen, die gleichzeitig Interoperabilität zu bestehenden Systemen bieten“, so der Vorstand des unabhängigen Branchenverbands.

Wie es aussieht, ist man mancherorts bereits auf einem guten Weg. Bis sich das Wirrwarr um all die verschiedenen Standards, Kommunikationswege und Netzwerke rund ums Internet of Things gelegt hat, bedarf es jedoch weiterhin großer Anstrengungen aller Parteien.